Kommentar: Die arme Literatur und die bösen Medien

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Schriftsteller müssen im Fernsehen immer gehen. Am besten allein mit der einsamen Natur oder inmitten urban Aufgekratzter. Dabei wissen wir, dass Schriftsteller auch noch ganz anderes tun: Muschelsuppe essen zum Beispiel; oder mit dem Sohn ein Baseball-Spiel besuchen; oder gar schreiben. An der Literatur, so erklären uns dann zynische Medienprofis oder melancholisch gewordene Schriftsteller, ist eben nur das interessant, was mit Literatur nichts mehr zu tun hat: die anekdotisch mehr oder weniger ergiebige Person des Autors.

Mit den so genannten "Medien" hat es die Literatur nicht leicht. Den einen geht ihr prüdes Gehabe auf den Wecker, die anderen warnen sie eindringlich davor, ihre Unschuld der nächstbesten dahergelaufenen Kamera zu opfern. Und ein Dialektiker wie Hubert Winkels erklärt uns in Literaturen, dass es doch irgendwie gehen muss und dass "die Darstellung von Literatur" das "Besondere der Literatur" nur dann spürbar machen könne, "wenn sie sich ihrer eigenen direkten und


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