Viennale-Dokumentarfilme: Man wird doch noch fragen dürfen

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Die junge Frau will etwas verändern. "Warum haben wir keine Mädchenschule? Warum dürfen unsere Mädchen nicht einmal beim Sport Shorts tragen? Und warum kümmert sich niemand um jene, die psychische Probleme haben?"

Zinat ist Krankenschwester auf der Insel Qeshm im Süden des Iran. Es genügt ihr nicht, Missstände und Ungerechtigkeiten, denen sie und ihre Geschlechtsgenossinnen ausgesetzt sind, hinzunehmen; vor dreizehn Jahren hat sie den borgheh, die traditionelle Gesichtsmaske für Frauen, abgelegt und einen Beruf ergriffen. Nun kandidiert sie bei den ersten landesweiten Kommunalwahlen für ein politisches Amt in ihrem Bezirk.

"Zinat, yek rouze bekhosous" ("One Special Day") dokumentiert den großen Wahltag als ein häusliches Ereignis: Zinat bereitet Mahlzeiten und behandelt Patienten, während ihr Besucher vom Geschehen im Wahllokal berichten. Das Filmteam um Regisseur Ebrahim Mokhtari hält sich bei all dem im Hintergrund, ist aber sowohl Zeuge als auch direkter Adressat der Inszenierung


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