Opern End/Acis und Galatea: Turtelnde Helden, bewegliche Sänger

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Georg Friedrich Händel wusste, was gefällt; sein frisch gebackener Operndirektor-Kollege Hans Gratzer weiß es auch: Zum Auftakt der Opernsaison im Schauspielhaus inszenierte der Hausherr Händels lockere Pastorale "Acis und Galatea" - schon zu Lebzeiten des Komponisten sein populärstes Werk. Allzu tragisch gehts in der Liebesgeschichte zwischen Nymphe Galatea und Hirte Acis nicht zu, und so brauchte Gratzer auch keine heroischen Persönlichkeiten zu entwickeln, sondern konnte die Titelhelden ungebremst turteln und den Chor ausgesprochen witzig kommentieren lassen. Zu Hilfe kam ihm dabei Choreograph Alonso Barros, der, als Pan selbst tanzend auf der Bühne, den Sängern ungewöhnlich viel Beweglichkeit beibrachte. Vor allem mit Markus Schäfer (Acis) und Christian Hilz (der böse Riese Polyphem), aber auch mit den Solisten seiner Wiener Akademie hat Dirigent Martin Haselböck eine gute Wahl getroffen. Ganz so spritzig wie die Inszenierung wurde es musikalisch dennoch nicht; wohl deshalb, weil in der Mitte der Arena gespielt wird und Haselböck, von deren Längsseite aus dirigierend, ab und zu den Überblick verlor. Trotzdem: unbedingt anschauen!

Weitere Aufführungen: 11. bis 14. und 18. bis 21.10. sowie 22. bis 25.11. Karten unter www.jeunesse.at oder Tel. 505 63 56.


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