Zurück in die Zukunft

Steirischer Herbst. Die Eröffnung des Grazer Festivals brachte statt der angekündigten "Neuen Moderne" Avantgarden aus den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Graz fieberte dem Start entgegen. Gitter für Absperrungen wurden herangekarrt, die Hotels waren ausgebucht, die Kellner hoffnungslos überfordert. Erst als am Sonntag die ersten 4000 im Ziel waren, kehrte allmählich wieder Ruhe ein, und die Festivalbesucher konnten die Hauptstraßen queren, ohne sich mit hastigen Sprüngen zwischen den Läufern von einer Straßenseite auf die andere retten zu müssen.

Am letzten Wochenende erlebte Graz gleichzeitig die Eröffnung des steirischen herbstes und die Austragung eines Stadtmarathons. Was manchem Festivalbesucher wie ein raffiniert getarntes Massenhappening vorgekommen sein mag, machte unfreiwillig deutlich, worunter das Festival seit Jahren leidet. Von einem Diskurs- und Informationsvorsprung in Sachen zeitgenössischer Kunstproduktion war ebenso wenig zu erkennen wie von jener spektakulären Festivalisierung von Kultur, die dem steirischen herbst einmal den Ruf eingetragen hatte, elitär und breitenwirksam zugleich zu sein.

Die vielen liefen


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