"Ich wollte nur heim"

Literatur. Voriges Jahr wurde Amma Darko im deutschen Osten von Skinheads attackiert. Jetzt ist die ghanesische Autorin wieder auf Lesereise - und macht auch in Wien Station. Ein Gespräch über das Leben als Asylbewerberin in Deutschland und als Schriftstellerin in Afrika.

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Die deutsche Ferieninsel Rügen wird der ghanesischen Schriftstellerin Amma Darko wohl für immer in schlechter Erinnerung bleiben. In Sassnitz eröffnete sie im April letzten Jahres eine Lesereise. Gleich nach der ersten Veranstaltung wurde Darko von einer Gruppe Skinheads mit Bierdosen und Flaschen beworfen. Es war nicht die erste schmerzliche Erfahrung, die sie mit Deutschland gemacht hat. Darkos Debüt "Der verkaufte Traum", die traurige Geschichte einer Emigrantin, die sich in der Prostitution verliert, entstand Mitte der Achtzigerjahre, während sie vergeblich auf die Anerkennung ihres Asylantrags wartete. Weil sie später nicht mehr einreisen durfte, platzte die Verfilmung.

Falter: Sie haben schon ein paar Stationen Ihrer Lesereise hinter sich. Wie läuft es bislang?

Amma Darko: Sehr ermutigend. Viele Leute waren da, ich bin sehr zufrieden. Und es gab keine Zwischenfälle.

Vermutlich werden Sie ununterbrochen auf den Überfall in Sassnitz angesprochen, oder?

Nein, bis jetzt nicht. Vielleicht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige