Schweigen wie am Spieß

Kunst. Die russische Künstlerin Anna Jermolaewa lebt und arbeitet seit 1988 in Wien. In der Ausstellung "Lebt und arbeitet in Wien" zeigt sie zwei ihrer sinnlich-hintersinnigen Videos.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

"Ich lebe gern hier", sagt Anna Jermolaewa. "Ich mag es, mit dem Rad durch Wien zu fahren, und meine Klasse ist für mich wie eine zweite Familie." Seit drei Jahren studiert sie in der Medienklasse bei Peter Kogler im Semperdepot. Vor Semesterbeginn sind die Terminals im "Käfig" - wie der zentrale Computerbereich der "Malereiklasse mit Schwerpunkt Neue Medien" von den Studierenden genannt wird - spärlich besetzt. "Das Gute an der Atmosphäre hier ist, dass alle Medien gleichwertig sind. Manche beschäftigen sich mit Musik, andere mit Grafik, für meine Ideen ist Video das Richtige", sagt Jermolaewa, die an einer Petersburger Kunstmittelschule jahrelang mit Aktzeichnen gequält wurde. Gleich neben dem Eingang zu dem turnhallengroßen Gemeinschaftsatelier kreisen Fliegen über den Teigskulpturen einer japanischen Kollegin. "Seit einiger Zeit sind auch Mäuse mit am Werk", sagt die 1970 in St. Petersburg geborene Künstlerin, in deren Videos Tiere ein zentrales Motiv sind.

Auf der Biennale


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