Tier der Woche: Weinwanderer

Stadtleben | Peter Iwaniewicz, iwaniewicz@falter.at | aus FALTER 41/00 vom 11.10.2000

Es soll Leute geben, die sich darüber freuen, herbstens bei einer Weinlese mitmachen zu dürfen. Die Bauern freuen sich auch über die willigen und billigen Arbeitskräfte, die für ein wenig Wein einen kalten Herbsttag lang Fronarbeit verrichten und abends dann auch noch die Pressbottiche unter kaltem Wasser reinigen. Schmerz, Unterkühlung und Erschöpfung setzen Endorphine, körpereigene Glücksdrogen, frei, die bei den Weinlesern noch tagelang für emotionale Hochstimmung sorgen. Möglicherweise werden Sie in intellektuelle Hochstimmung versetzt, wenn Sie etwas über den schlimmsten Feind der Weinreben erfahren, die Reblaus. Fast könnte man meinen, dass dieses Insekt unsere größte Wertschätzung genießt: Feine Weinhandlungen, solide Restaurants, bürgerliche Pensionen und Fachzeitschriften tragen ihren Namen. Vor etwa 140 Jahren wurde die Reblaus (Viteus vitifolii) mit nordamerikanischen Rebstöcken in Europa eingeschleppt. Man erhoffte sich von den unkultivierten Reben der Neuen


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