Standpunkt: Karriereplanung

Politik | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Selbst der gemeinsame Feind, die Studiengebühren, eint sie nicht: Obwohl die ÖH bei der Demonstration vergangene Woche 30.000 Leute auf die Straße brachte, gründeten die Grünen, die sozialistischen und die kommunistischen Studenten nun ihre eigene Plattform, um gegen die geplanten 5000 Schilling pro Semester weiter Radau zu machen. Den Vorsitzenden Martin Faißt und seine bürgerliche Aktionsgemeinschaft bezeichneten sie als "Klinkenputzer, die ins Ministerium rennen". Aber nicht nur die abwartende Haltung der AGler ist den linken Gruppierungen ein Dorn im Auge, sie wollen neben den Studiengebühren auch gegen den Sozialabbau marschieren und dabei die Arbeiter miteinbeziehen - ganz im Sinne des Klassenkampfes. Klingt nach 1996, auch da versuchten die Studenten, damals unter der Vorsitzenden Agnes Berlakovich (VSStÖ), das gesamte Sparpaket zu Fall bringen. Das Ergebnis ist zwar bekannt, trotzdem:Die Studenten-Wahlen stehen im Frühjahr wieder an. Und einige Fraktionen wollen ausgerechnet jetzt um jeden Preis punkten. Ob das jene "kleinen Studenten", die vergangene Woche vor dem Parlament protestierten, interessiert, ist fraglich. Aber ihre Vertreter wollen halt was werden. Wie der jetzige Pressesprecher des Finanzministers etwa. Der war einst ÖH-Chef der Uni Wien. N. W.


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