Lauter Bummler?

Studiengebühren. FPÖ-Finanzminister Grasser erhofft sich von der 5000-Schilling-Gebühr auch einen Motivationsschub für die Studenten. Eine Umfrage an den Wiener Unis zeigt: Schnell studieren wollen viele, die Frage ist oft, wie.

Nina Weissensteiner | Politik | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Karl Heinz Grasser hat für die Einführung von Studiengebühren nun plötzlich eine neue Erklärung parat. Es gehe nicht um Einnahmen für die Staatskasse, sondern darum, "an den Unis Verhältnisse zu schaffen wie in der Privatwirtschaft". Die 5000 Schilling pro Semester würden sich auch positiv auf die Studienzeiten auswirken. Wer sein Studium in Mindestzeit schafft, der bekomme sein Geld zurück, versprach der FPÖ-Minister.

Eine Umfrage an den Wiener Unis zeigt, dass das an den durch die vorangegangenen Sparpakete schwer gezeichneten Hochschulen nur schwer möglich sein wird. Denn: Lange Studienzeiten liegen nicht unbedingt an der Lethargie der Hörer, sondern oft an chaotischen Bedingungen.

Die rund 1700 Erstsemestrigen an der Publizistik etwa rauften sich Anfang Oktober um die 260 Plätze in den Fachtutorien. Die, die einen Platz ergattern konnten, mussten dafür früh aus den Federn. Bereits um 4 Uhr lagerten Studenten an der Uni, um an die Anmeldelisten zu kommen. "Wer nicht in die

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