Stahlbad

Wiener Wahl. Die Parteien basteln eifrig an ihren Listen für die Gemeinderatswahl im Frühling: Die SPÖ sucht intern, die ÖVP extern eine junge, erfolgreiche Kandidatin. Die grüne Basis schlug bereits am Sonntag zu.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Jetzt wird es langsam Zeit", murmelt Sigrid Pilz und spielt nervös mit ihrem Kugelschreiber. "Auch für meine Psyche." Aber erst eine halbe Stunde später darf sie aufatmen. Erleichtert bedankt sich die Beamtin bei den 500 Grünen, die sie gerade auf den 6. Platz der Landesliste für die Gemeideratswahl im März gereiht haben. Pilz gibt aber auch zu: "Das war ein gruppendynamischer Härtetest."

Christoph Chorherr nennt das Auswahlverfahren ein "brutales Stahlbad". Er zuckt mit den Schultern. Etwas Besseres und Demokratischeres sei ihm nämlich noch nicht eingefallen. Grüne Wahllisten werden nicht wie in anderen Parteien in exklusiven Zirkeln erstellt oder vom Parteichef durchgedrückt. Jeder, der sich per Postkarte zu den Zielen der Grünen bekannt hat, darf mitstimmen. Und jeder darf kandidieren. Am Sonntag ließ die grüne Basis im Jugendstiltheater auf der Baumgartner Höhe dann auch nicht nur Quereinsteigerin Pilz zittern, sondern zeigte auch dem Klubchef ihre Macht: Mit nur 22 Stimmen


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