"Endlich Anerkennung"

Entschädigungen. Der von der Regierung beschlossene Rentenzuschuss für österreichische Kriegsgefangene sorgt für Freude beim Kameradschaftsbund. Und für Unmut in der Historikerkommission.

Politik | Gerald John | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Wenn es mit Entschädigungen immer so schnell ginge. Im Juli forderte Otto Keimel, Obmann des Kameradschaftsbundes, im profil eine Zusatzrente für ehemalige Kriegsgefangene aus Österreich. Kaum drei Monate später hat die schwarz-blaue Regierung seinen Wunsch erfüllt: Österreichischen Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Gefangenschaft waren, soll die Pension monatlich um 300 Schilling aufgebessert werden. Die Regierung rechnet mit 24.000 Anspruchsberechtigten und Kosten von 86 Millionen Schilling. Keimel ist zufrieden. "Nach den Ansprüchen der Zwangsarbeiter und der unsäglichen Wehrmachtsausstellung ist das einmal eine Anerkennung für uns", freut sich der ehemalige ÖVP-Nationalratsabgeordnete.

Brigitte Bailer, Mitglied der Historikerkommission, ist weniger begeistert. Den ehemaligen Gefangenen will Bailer das Geld nicht neidig sein. "Aber genauso könnten die österreichischen Opfer einen Zuschlag auf ihre Pension bekommen", kritisiert sie: "Das ist schon eigenartig." Dabei,


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