Waffenstillstand

ORF. Nach dem Interventions-Theater und einem peinlichen Tonbandmitschnitt kommt es im Kampf um die Lufthoheit über dem Küniglberg zu einer "Nachdenkpause": Die Regierung verschiebt die Reform des Rundfunkgesetzes vorerst.

Medien | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Peter Westenthaler versuchte es mit Humor zu nehmen. "Die Mikrofone können ruhig mithören", scherzte er Sonntagabend nach der ORF-Sendung "Betrifft", als er über sein momentanes Verhältnis zu Jörg Haider philosophierte.

Denn nicht nur amerikanische Präsidentschaftskandidaten vergessen bisweilen, sich zu vergewissern, ob auch wirklich alle Mikrofone ausgeschaltet sind. Der blaue Klubchef und sein schwarzes Pendant, Andreas Khol, setzten vergangenen Montag ihre Pressekonferenz nach dem offiziellen Ende unfreiwillig fort - und gaben tiefe Einblicke in ihr Machtverständnis. Nachdem alle Journalisten das Lokal VIII im Parlament verlassen hatten, plauderten die beiden munter weiter: Wie man ORF-Gerneralintendant Gerhard Weis zur Räson bringen und ihm die im Vorjahr beschlossenen 600 Millionen Schilling Gebührenrefundierung streichen werde. Das Pech der beiden ORF-Kuratoren: Die Tonspur der ORF-Kassette lief immer noch mit.

Nach zahlreichen Telefonaten mit drohendem Unterton, Faxen aus


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