Aufgeblättert

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Es ist vorbei mit dem kanakergebettel." Sechs Jahre nachdem Feridun Zaimoglu, Kultautor der jungen Migrantengeneration, die "Kanak Sprak" erfunden hat, ein aggressives Kauderwelsch, das den Kids der Ausländergettos abgeschaut ist, machen Autoren deutscher Sprache mit nicht deutschen roots gegen Stammtischbrüder und Ausländerhass literarisch mobil. Jamal Tuschick hat die wichtigsten Stimmen der kulturellen Emigration in der Anthologie "MorgenLand" aufgereiht, einem Buch, das vor "goldkettchenstolz" nur so strotzt und vor allem Schluss macht mit dem Glauben früherer Generationen von Gastarbeiterautoren, gutes Zureden könne zu Freundlichkeit führen. Sener Saltürklobpreist das Leben als Großstadtdealer, "jungmulukke" Vito Avantario droht den "alemannenärschen" unverhohlen mit einer "kanakerundniggerinvasion" und Ähnlichem. Da werden sich die Freunde völkischen Weißwäschertums aber aufregen! Wie um das auch zu garantieren, hat Jamal Tuschick die provokantesten Texte denn auch gleich


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