Abgebrannt in Schengenland

Kunst. Videos von Arbeiteraufständen in Frankreich, grenzüberschreitende Netzkultur: Die Veranstaltung "Money Nations 2" wirft die Frage auf, wie die oft geforderte Politisierung der Kunst aussehen und was sie leisten kann.


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Der ökonomische Umbau findet statt, aber es entsteht keine neue Form von Solidarität bei denen, die davon betroffen sind. Ich glaube, die Linke ist am Vormarsch Le Pens mitschuld." So umreißt ein junger Arbeiter der zweiten Migrantengeneration den Diskussionsstand in der Linken Frankreichs Ende der Achtzigerjahre. Das Video "Sweet France" aus dem Jahre 1992, das in der Videolounge von "Money Nations 2" gezeigt wird, dokumentiert eine ganze Reihe gesellschaftspolitischer Ereignisse, die das Frankreich der Achtzigerjahre als Brennpunkt zukünftiger Entwicklungen in ganz Europa erscheinen lassen.

Den Anfang machte der Aufstand junger Migranten in den Straßen von Minguettes, einem heruntergekommenen Superblockviertel in Lyon. Von der Polizei erschossene Jugendliche; Straßenschlachten; daneben die Sozialarbeiter, die die Probleme der arbeitslosen Jugendlichen mit Pingpong und Tischfußball zu lösen versuchten. 1983 kommt es in Marseille zu einer Massendemonstration gegen Rassismus, einem

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