Denken mit den Eingeweiden

Musik. Der Tenorsaxophonist Ellery Eskelin gehört zu den interessantesten Jazz-Musikern der Gegenwart. In seinem "geheimen Museum" hat er unterschiedlichste Traditionen zusammengeführt.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Zugegeben, zunächst einmal habe ich mich in den entzückenden Silberblick von Andrea Parkins verliebt, mit dem sie so einigermaßen unausgeschlafen vom Cover des Albums "Kulak 29 & 30" blickt. Entsprechend bedächtig setzen Tenorsaxophon und Akkordeon unisono auf der ersten Nummer ein, worauf eine Basslinie und Schlagzeug andeuten, dass es auch anders geht, ehe kurz das Schnaufen des Schifferklaviers den Rock-Groove wieder auf null bringt, wonach eine tieffrequent orgelnde walking bass line wieder Schwung in die "Departure Lounge" bringt, worauf ... Nun, im Wesentlichen gehts die ganze Zeit so weiter. Stop and go. Introvertierte sonore Exkursionen wechseln mit einem unverschämt treibenden Swing, über dem sich ein durchaus deftiges Saxophonspiel entfaltet.

Die nun schon seit sieben Jahren bestehende Band des 1959 in Witchita/Kansas geborenen und in Baltimore aufgewachsenen Tenorsaxophonisten Ellery Eskelin ist ein reichlich ausgeschlafenes Trio, das den Zuhörer immer wieder aufs Erfreulichste

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