Mit feuchtem Hosenboden

Film. Homers "Odyssee" mit Hillbilly-Soundtrack: "O Brother, Where Art Thou?" ist vielleicht der unmöglichste Film der unmöglichen Coen-Brüder.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Die amerikanischen Südstaaten in den Dreißigerjahren. Inmitten der Wirtschaftsdepression prosperierten, wie jeder Waltons-Fan weiß, die inneren Werte: aufrechte Farmer in Latzhosen, glückliche Großfamilien, Holzhäuschen mit Veranda, Ford-Pick-up-Trucks - alles wie frisch gewaschen und lackiert.

Das Setting des neuen Coen-Films "O Brother, Where Art Thou?" übernimmt die Perspektive dieses Idylls der guten alten Zeit, das freilich über die Jahre etwas ausgeblichen zu sein scheint. Erst nach einer Weile merkt man, was fehlt: Es gibt tatsächlich kein Grün in diesem Film. In der Nachbearbeitung wurde der Farbton digital eliminiert. Stattdessen leuchtet die Landschaft mal weizengelb, wie in einer Toastbrot-Reklame, mal in allen erdenklichen Goldtönen. Alles ist künstlich: eine längst vergangene goldene Ära - freigegeben zur Re- und Dekonstruktion.

Ausgerechnet Homers "Odyssee" haben sich die Coens als Vorbild für den Plot auserkoren, der in dieser Kulisse spielt. Obwohl sie es mit


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