Im Zeichen der Unruhe

Film. Der japanische Regisseur Shinji Aoyama, ein Jungstar des internationalen Autorenkinos, liebt es, sich und seinen Protagonisten den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Der Musiker und Komponist Chris Cutler bereitet einen Auftritt vor; die Videokamera beobachtet ihn beim Stimmen seiner Trommeln und beim Einstellen der Dutzenden Mikrophone und Digitalprozessoren, die den Sound seines Schlagwerks multiplizieren und verfremden. "Der Rand des Chaos", so Cutler später im Interview, "ist jener Punkt, an dem ein instabiles System beginnt, seine eigene Ordnung zu generieren." Und weiters: "Es sind allein dynamische, katastrophische Systeme, die Ordnung hervorbringen können. Wo Stabilität herrscht, gibt es keine Entwicklung."

In Passagen wie diesen fordert "June 12, 1998 - At the Edge of Chaos", das Dokument einer Begegnung zwischen Musiker und Filmemacher, förmlich dazu auf, als Kommentar zum Werk seines Regisseurs, des Japaners Shinji Aoyama, gelesen zu werden. Ein Tribute innerhalb des Viennale-Programms gibt nun die Gelegenheit dazu: Die (nahezu) komplette Filmographie des Filmemachers, inklusive seines heuer in Cannes ausgezeichneten Spielfilms "Eureka",


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