Reiter, übernehmen Sie!

Steirischer Herbst. Das Grazer Festival für zeitgenössische Kunst hat nicht nur einen neuen Intendanten, sondern auch einen neuen Dramaturgen: Als Theaterkritiker hat Wolfgang Reiter Verrisse geschrieben. Jetzt muss er mit ihnen leben.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Salzburger Festpiele, im Sommer 1999. Der profil-Redakteur Wolfgang Reiter trifft Peter Oswald, den designierten Intendanten des steirischen herbstes. Reiter gratuliert zum neuen Posten, Oswald fragt den Journalisten, ob er nicht jemanden wisse, der sich beim herbst um das Theater kümmern könne. "Ich weiß jemanden", antwortete Reiter spontan. "Mich." Ein paar Wochen später wurde der Vertrag unterzeichnet; als "Chefdramaturg" ist Reiter jetzt - gemeinsam mit dem Intendanten - für alle szenischen Produktionen des Festivals zuständig.

Im Vergleich zu den vergangenen Jahren hat der herbst dem theaterinteressierten Publikum heuer deutlich mehr zu bieten. Das war Absicht. "Unsere Überlegung war, dass ein Festival für bestimmte Kunstformen besser geeignet ist als für andere", sagt Wolfgang Reiter. "Internet- oder Videokunst zum Beispiel ist nicht wirklich festivalkompatibel." Abgegangen ist man auch vom bisherigen herbst-Dogma, ausschließlich Ur- und Erstaufführungen zu präsentieren:


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