Comandantina Dusilova: Von den Knochen

Stadtleben | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Eine ganze Berufssparte beschäftigt sich mit nichts anderem, als uns von der Zukunft zu berichten. Das machen sie so seit den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, und erst ist ihnen mangels lunarer Sehenswürdigkeiten der Mond abhanden gekommen als modernes Reiseziel, dann der Mars und jetzt geht die Reise der Zukunft wieder ganz banal von einer Ortschaft zur nächsten. Da dürfe ein hochmodernes Satellitennavigationssystem natürlich nicht fehlen, machen sie uns glauben, und auch die internetgestützte Fahrtroutenplanung werde in jedem kleinen Fiat zur Mindestausstattung gehören. Na ja. An eines haben die Futurologen nämlich nicht ganz so scharf gedacht. Wie, auf welche Weise nämlich, unsere Autobahnen errichtet werden. Das geschieht, allen Maschinen zum Trotz, noch immer auf eine Weise, die mit "händisch" am besten zu beschreiben wäre. Dabei wäre es doch so einfach, liebe Futurologen, auch hier die Natur zu bemühen. Man müsste nur ein bisschen genmanipulieren und Knochenbildnerzellen, so genannte Osteoblasten, dazu bringen, Autobahnen zu bauen. Und ihre Kontrahenten, die Osteoclasten, dazu, fehlgeplante Auffahrten und alte Trassen ganz einfach abzubauen. Dürfte ja nicht so schwer sein, oder?


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