Transvegetable studies

Bioakustik. Wie man auf Gemüse musiziert und dabei als Abfallprodukt eine Forschungsrichtung entsteht, zeigt das erste Wiener Gemüseorchester.

Stadtleben | Helmut Neundlinger | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Ein Gemüseorchester klingt so, wie es der Name verspricht: saftig, eher sauer, faserig-schrill bisweilen. Bläser (Gurkentuba, Karottenflöte) und Trommler (Zellerbongos oder Krautpauke) dominieren den spielerisch-archaischen Klangkörper, auf dem die sieben Mitglieder des Ensembles Klassiker der Gemüseorchesterliteratur von Johann Strauß bis Franz Hautzinger interpretieren. Nach getaner Arbeit wird das Instrumentarium gekocht und verzehrt.

Im Februar 1998 stellten sich Jörg Piringer, Ernst Reitermaier und Nikolaus Gansterer die Frage, wie man auf Gemüse Musik macht. Einfach so. Sie luden Freunde ein, kauften Material zum Instrumentenbau und stellten diverse Küchengeräte bereit. Kurz nach den ersten auf Lauch und Karotten erzeugten Tönen entstanden die zum gemeinsamen Klingen benötigten Partituren.

Das erste Musizieren auf Gemüse regte nicht nur die Verdauung, sondern auch die Neugier an, weitere musikalisch-akustische Grenzbereiche auszuloten. Das Orchester wurde zur Initialzündung


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