Held der Berichte

Journalismus. Ryszard Kapus'cins'ki ist der wohl berühmteste und vermutlich beste lebende Reporter. Viele seiner Berichte sind Literatur.

Extra | Armin Thurnher | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Der heute 68-jährige Pole Kapus'cins'ki hielt es zeit seines Lebens an keinem Schreibtisch aus. Er suchte die Gefahr auf eine Weise, die wohl irgendetwas mit Todessehnsucht zu tun haben muss; jedenfalls aber holte er aus den Extremsituationen, in die er sich begab, bemerkenswerte Texte über das Leben heraus.

Kapus'cins'ki hält sich beispielsweise in der angolanischen Stadt Luanda zur Zeit des Bürgerkriegs so lange auf, bis sie von allen verlassen ist, erst von den Portugiesen, dann von den Polizisten, den Feuerwehrleuten und schließlich von den Hunden. Dann wird es ihm zu langweilig und er geht an die Front. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges im Kongo schlägt er sich von Ägypten via Sudan ins Niemandsland durch, wird gefangen genommen und entgeht nur durch Zufall dem Tod. Der Tod hat ihn auch in Workuta verfehlt, jenseits des Polarkreises, wo er beinahe erfroren wäre, als er vom Streik der Minenarbeiter berichtete. Oder in Honduras, wo er als Erster an die Front des Fußballkrieges


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