Ein Barbar im Garten

Poesie. Die Gedichte des polnischen "Philosophen-Poeten" Zbigniew Herbert handeln von unserer Geschichte und ihrer Bedrohung.

Extra | Armin Thurnher | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Nüchtern, ja "antilyrisch" hat man die Verse des Lyrikers Zbigniew Herbert genannt. Der 1988 im Alter von 74 Jahren Verstorbene ist nicht nur als großer polnischer Dichter und als einer der bedeutendsten Lyriker der Gegenwart gefeiert worden, er war auch ein philosophisch gebildeter und skeptisch gestimmter Essayist. Sein lyrisches Ich hat er wohl auch deshalb in der Figur eines "Herrn Cogito" ironisiert, eines "Herrn Denk"sozusagen, einer Personifikation des Descartes-Satzes "Cogito ergo sum - ich denke, also bin ich".

Beim Band "Herrn Cogitos Vermächtnis" handelt es sich nicht um Herberts poetisches Vermächtnis. So es eines gibt, findet man es im Band "Gewitter Epilog", kurz vor dem Tod Herberts auf Polnisch erschienen (und heuer auf Deutsch bei Suhrkamp). Die Gedichte in "Herrn Cogitos Vermächtnis" wurden mehreren Bänden Herberts entnommen; der Titel stammt aus dem 1974 auf Deutsch erschienenen Gedicht "Herr Cogito".

Der berühmte Übersetzer polnischer Literatur, Karl Dedecius,


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