Geschmackvoll eingerichtet

Junge Deutsche 1. Was ist von dem Blechgetrommel geblieben, das die jungen deutschen Literaten zwischen 17 und 47 begleitet hat? Eine ernüchternde Sichtung mit einer erfreulichen Ausnahme.

Extra | Stefan Ender | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Mit "Geschichten zum Anfassen" hat die schreibfreudige Berlinerin Julia Franck ihre diesjährige Neuerscheinung untertitelt; "Geschichten vom Anschauen" hätte es eigentlich besser getroffen. Immer wieder sucht die 30-Jährige die Nahaufnahme, zoomt ganz dicht heran an die Objekte ihres Interesses, wobei ihr manchmal auch intime, berührende Momente gelingen. Dass das Buch insgesamt eher den Eindruck einer gewissen Glätte und Belanglosigkeit hinterlässt, ist unter anderem auf Francks Sprache zurückzuführen: Die erinnert schon so ein wenig an Schöner Wohnen auf literarisch. Gewählt, reduziert, aber trotzdem um Eleganz bemüht, stellt Franck da etwa ein paar besonders edle Konjunktive in die belletristische Schauvitrine und platziert dazwischen ein selten benutztes Substantiv: "Mir ist, als zwinge er mich damit, weiter in der Zeitung zu lesen. Täte ich es nicht, so würde er mein Lesen als Scheingebaren deuten. Beides gefiele mir nicht." Und ein bemüht schlicht gehaltenes poetisches


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