Oma und die Detektive

Junge Deutsche 2. Marcel Beyers Roman "Spione" treibt ein virtuoses Spiel mit Erzählstimmen und der Neugier des Lesers.

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Marcel Beyers Roman "Flughunde" (1995) war ein Sensationserfolg und wurde in ein Dutzend Sprachen übersetzt. Auch der Nachfolger "Spione" handelt wieder von Spurensuche und schließt inhaltlich lose an die Geschichte um einen Tontechniker im Dienst von Joseph Goebbels an. Nur dass es hier nicht um Stimmen geht, sondern vorwiegend geschwiegen wird. Dafür gewinnt das Schauen umso mehr an Bedeutung. Die Suche in "Spione" geht denn auch von einem Fotoalbum aus.

Vier Kinder stellen Nachforschungen über ihre Großmutter an. Der Großvater kann ihnen dabei nicht behilflich sein. Denn seine zweite Ehefrau, "die Alte", hat ihm jeden Kontakt zu seinen Kindern und Enkeln verboten. Anscheinend hat sie auch sämtliche Erinnerungen an die Vorgängerin verschwinden lassen, denn die Kinder können kein einziges Foto von der Großmutter finden. "Italienische Augen" soll sie gehabt haben und Opernsängerin gewesen sein - auch dafür gibt es keine Beweise -, bis sie für die Karriere des Großvaters bei


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