Fußball und Franz Kafka

Debüt. Jochen Schmidts Geschichten, die unter dem schönen Titel "Triumphgemüse" versammelt sind, erzählen von melancholischen Männern in Berlin oder gehen aufs Land.

Extra | Jörg Magenau | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Normalerweise beginnt eine literarische Karriere mit dem ersten Buch. Das ist auch im Falle von Jochen Schmidt nicht ganz falsch. Und doch ist "Triumphgemüse" die Folgeerscheinung andernorts erworbenen Ruhmes. Als er im Herbst 1999 den "Open Mike"-Wettbewerb der Berliner Literaturwerkstatt gewann, war schon klar, dass das Buch bald folgen würde, denn die Lektoren- und Agentendichte im Publikum ist bei diesem Nachwuchswettbewerb fast so hoch wie in Klagenfurt. Auch auf der "Chaussee der Enthusiasten", wo Woche für Woche die selbst ernannten "schönsten Schriftsteller Berlins" in einer Kellerkneipe "was erzählen", kann man Schmidt in schöner Regelmäßigkeit bewundern. Auch hier, in der Off-Szene der Berliner Literatur, gibt es einen untergründigen Drang zum Buch, der im Falle von Jochen Schmidt jedoch durchaus zu begrüßen ist.

Die Geschichten aus Schmidts Debüt "Triumphgemüse" spielen zur Hälfte in Berlin, zur Hälfte im Oderbruch, einer sehr ländlichen Gegend an der Grenze zu


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