Alveolares Gelächter

Hype. Mit seinem neuen Roman "Schwarzer Rücken der Zeit" betreibtJavier Marias ein eitles Spiel mit Fakten und Fiktionen.

Extra | Edgar Schütz | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Sagen Sie nicht, Javier Marias habe Sie nicht gewarnt. Allein eine Bemerkung auf Seite 52 von "Schwarzer Rücken der Zeit" muss alle Alarmsirenen zum Heulen bringen: "Dies ist ein Buch der Einschübe, nur, dass man auch mit ihnen vorwärts kommt" heißt es da. Recht hat er zweifellos, denn seit Marcel Reich-Ranicki seinen Roman "Mein Herz so weiß" über das "Literarische Quartett" in die deutschen Bestseller-Listen puschte, hat sich Marias dort als Dauergast eingenistet. Noch ehe das neue Werk auf den deutschen Markt kam, gab es ein derartiges Presseecho, wie es auf dem Gebiet der Belletristik selten ist. So richtig nachvollziehbar ist dieser Aufwand nicht, dennoch passt er ganz gut ins Bild. "Schwarzer Rücken der Zeit" ist vor allem ein Buch der Eitelkeiten.

Wie schon in "Mein Herz so weiß" oder "Morgen in der Schlacht denk an mich" kann es Marias nicht lassen, sein gewiss recht umfassendes Wissen dezent in Nebensätze zu verpacken und mit penetranter Beiläufigkeit auszustreuen. Marias


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