Selbstfindung in Sarajevo

Zivilisationskritik Walter Grond kehrt in seinem neuen Roman zum traditionellen Erzählen zurück.

Extra | Helmut Gollner | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Ein Professor aus der Technologie-Abteilung des Abendlandes steckt in einer abendländischen Identitätskrise. Morgenländische Freunde verhelfen ihm zu einem Ausflug ins (vorgeschobene) Morgenland auf dem Balkan. In Sarajevo gibts Nachkriegselend und Islam. Das heilt den abendländischen Individualismus. Der Professor findet zu sich, zu seiner Frau und zu einem neuen Job.

Vor Antritt des neuen Lebens gibts einen Genesungsurlaub an der Adria mit einer kleinen, zwar unfreiwilligen, aber digital geschützten und insgesamt stimulierenden Robinsonade. Ein paar Zeilen vor dem Ende des Buches fällt dann noch ein Jungvogel vom Baum, unter dem die Schiffbrüchigen sitzen, und wird vom Professor geistesgegenwärtig gerettet.

Ich hätte das nie geschafft: an seinem Schatten in Fallgeschwindigkeit einen Vogel so schnell zu erkennen, dass man rechtzeitig seine Jacke ausbreiten kann. Gegen diese Leistung ist das anschließende Baumkraxeln ein Kinderspiel. Ich aber hätte den Vogel bei der Rettungsaktion


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