Berge mit Hautausschlag

Porträt. Der Salzburger Kosmopolit Gerhard Amanshauser ist der bedeutendste unter Österreichs unbekannten Autoren. Mit stillem Anarchismus und einer unaufgeregten Widerständigkeit gegen literarische Konventionen entzieht sich sein Werk dem Getöse des Betriebs.

Daniel Kehlmann | Extra | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Dass die Literaturgeschichte so gerecht wie das Tagesgeschäft ungerecht ist, dass das Gute sich auf lange Sicht von selbst durchsetzt, ist ein Aberglaube, dem jeder Liebhaber der Literatur in irgendeiner Weise anhängt. Fälle wie der des Schriftstellers Gerhard Amanshauser jedoch, des bedeutendsten unter Österreichs unbekannten Autoren und des vielleicht unbekanntesten unter den deutschen Schriftstellern von Weltrang, können ihn auf eine harte Probe stellen.

Gerhard Amanshauser wurde 1928 in Salzburg geboren, erlebte das letzte Kriegsjahr noch als Soldat, studierte Mathematik und hielt sich lange Zeit mit Nachhilfestunden über Wasser, bis er in den Siebzigerjahren zum freien Schriftsteller wurde. Allerdings bekam er nie die Aufmerksamkeit, die etwa sein gleichaltriger Freund Thomas Bernhard, dem Amanshauser an Willen zur Monomanie so unter-wie vielleicht an literarischem Wagemut überlegen ist, sich souverän zu verschaffen wusste. Über den Grund dafür lässt sich nur spekulieren:

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