Österreich lesen

Politik. Von wegen Tod des Buches! Von wegen nachlassendes Interesse an Politik! Selten war die Konjunktur aktueller analytischer politischer Österreich-Bücher besser als heuer.

Extra | Armin Thurnher | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Österreich ist ein aufgeschlagenes Buch, jeder kann darin lesen, und seine Auflage steigt mit der Dramatisierung der politischen Zustände. Der Aufstieg Haiders und erst recht die Aufnahme der Haiderpartei in die Regierung samt folgenden Sanktionen der 14 EU-Staaten haben eine neue Welle von Österreich-Literatur hervorgebracht. Kein Wunder. Jeder will verstehen, was los ist. Die Intelligenz blickt fassungslos auf eine Entwicklung, die sich so anders entwickelt, als sie selbst (den Autor miteingeschlossen, der sich ja auch als Österreich-Literat versucht) es haben möchte.

Jeder will seinen Beitrag zum Selbstverständnis leisten, jeder politische Autor, der auf sich hält, will zur Interpretation des eben Geschehenen beitragen, und manchem gelingt das auch. Wobei über aller Österreich-Literatur das Verdikt Franz Schuhs schwebt, die Konzentration auf bloß einen Gegenstand, eben Österreich, berge die Gefahr, das Konzentrat durch Monothematik zu schwächen. Die kleine Welt nimmt, für


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