Soziale Marktwirtschaft

Ökonomie. Der aus Indien stammende Ökonom Amartya Sen, Wirtschaftsnobelpreisträger 1998, hat eine an Freiheit orientierte Gesellschaftstheorie entwickelt. Nun liegen zwei seiner Hauptwerke auf Deutsch vor.

Extra | Herlinde Pauer-Studer | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Wer den führenden Köpfen einer ehrwürdigen Wissenschaftsdisziplin vorwerfen kann, nicht über ein subtileres Menschenbild als jenes "rationaler Trottel" zu verfügen, und dennoch zu höchsten wissenschaftlichen Ehren gelangt, muss außergewöhnliche Qualitäten aufweisen. Der indische Ökonom und Philosoph Amartya Sen ist eine solche Ausnahmeerscheinung: Ungeachtet seiner harschen Kritik an den Borniertheiten der Wirtschaftstheorie hat er 1998 den Nobelpreis für Ökonomie erhalten.

Sen hat auf seinem steilen Karriereweg weder sein Herkunftsland noch die wirtschaftlichen und sozialen Probleme armer Länder vergessen. Prägend blieben die erschütternden Erlebnisse seiner Kindheit während der Hungersnot in Bengalen (1943), die seine empirischen Studien zur Entstehung und Bekämpfung von Hungerkatastrophen motivierten. In seinen Schriften lebt Sen eine Form des Multikulturalismus, die jenseits von plattem Kulturrelativismus und selbstgefälliger Inszenierung westlichen oder asiatischen


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