Nichts zählt mehr

Zahlenkunde. Passend zu Ankündigungen von Nulllohnrunden und des Nulldefizits sind fast zeitgleich zwei bemerkenswerte Bücher zur Kulturgeschichte dieses seltsamen leeren Kreises erschienen.

Extra | Ernst Strouhal | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Gesetzt den Fall, eine fremde Intelligenz querte unsere Galaxie und entschlösse sich, auf der Durchreise ein Souvenir von unserem Planeten mitzunehmen, das - im Sternenrat vorgelegt - den Fortbestand der Menschheit als wertvoll oder zumindest als gerechtfertigt erscheinen lässt: Was könnte man ihr empfehlen? Am ehesten vielleicht jenen leeren Kreis, der für die Null steht und der eine der wahnwitzigsten Vorstellungen der Menschen symbolisiert: die Idee, dass auch das Nichts zählt.

Wie bei den meisten großen Errungenschaften ist auch die Geburtsstunde der Null schlecht protokolliert. Woher sie kommt und wer zum ersten Mal mit ihr rechnete, weiß man nicht. Vieles scheint auf die Babylonier hinzudeuten, deren sexagesimale Maßeinheiten wir bei Winkel- und Zeitmessungen nach wie vor verwenden. In ihren Schriften taucht die Null als Platzhalter bzw. als Trennzeichen zwischen den Stellenwerten auf, danach verschwindet sie jedoch rätselhafterweise wieder aus der Geschichte und wird - wie


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