Suizid-Prävention: "Krankheit zum Tode"

Extra | Franz Gutsch | aus FALTER 42/00 vom 18.10.2000

Wo sich ein Mensch das Leben nimmt, bleibt ein Schmerz lebendig, der nicht vergehen will. Die Zurückgelassenen sind ratlos und kennen keine Antwort. Laut neuesten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben 1998 mehr Menschen durch Selbsttötung als in Kriegen. Dennoch hat das Phänomen Selbstmord über voyeuristische Schlagzeilen hinaus so gut wie keine Öffentlichkeit.

"Wenn es dunkel wird. Zum Verständnis des Selbstmordes" ist ein dunkles Buch. Geschrieben hat es die Psychiaterin Kay Redfield Jamison, die an der US-amerikanischen Johns Hopkins University arbeitet. Neben fachlicher Kompetenz zeichnet sich das Buch durch einschlägige Erfahrungen der Autorin aus: Selbst an einer manisch-depressiven Störung erkrankt, überlebte Jamison einen Selbstmordversuch als 28-Jährige nur knapp. Beklemmend sind die Zahlen. So sterben jährlich rund zwei Prozent aller Menschen an dieser "Krankheit zum Tode". Weltweit ist Selbstmord die zweithäufigste Todesursache von Frauen im Alter zwischen


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