Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Man soll dergleichen Journo-Mythen nicht überstrapazieren, aber es gibt gewisse Instinkte, mit denen eben nicht jeder ausgestattet ist.Florian Klenk zum Beispiel hat ein Gespür dafür, wo's seinen Zeitgenossen weh tut. Kommt ein Kollege mit dicker Backe vom Zahnarzt, kann er sich also sicher sein, von Klenk mindestens einen Tag lang gefragt zu werden, ob's denn weh täte. Für einen Aufdeckerjournalisten, der dem Justizminister nachweist, in seiner Zeit als Anwalt mit Spitzelakten operiert zu haben (siehe Seite 8 ff.), keine schlechte Eigenschaft; für Redaktionskollegen mitunter anstrengend. Deswegen ist es auch schön, zu sehen, wenn Klenk zappelig wird. Aufgeregt hampelt er dann vor dem Fax herum, das seine brandaktuellen Meldungen nicht an die Welt weiterleiten will und rutscht in der Sitzung im Sessel herum, weil er sich sorgt, seine Exklusiv-Geschichte könnte "unterverkauft", falsch aufgemacht oder mit einer irreführenden Cover-Zeile vernichtet werden. Armin Thurnher, der wie


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