Standpunkt: Willige Vollstrecker?

Politik | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Was der Haider nicht machen kann, das führen wir aus", sollen die Schläger gesagt haben. Das behauptet im Standard ein Mann, der an der Kundgebung gegen die FPÖ-Veranstaltung, die Freitagabend in der Wiener Stadthalle stattfand, teilgenommen hatte und danach von Unbekannten- darunter Skinheads - krankenhausreif geprügelt wurde. Die FPÖ bezweifelt einen Zusammenhang mit dem Parteitreffen, bewiesen kann er wohl nie werden. Wundern darf ein solcher Vorfall allerdings niemanden, der die Reden von Hilmar Kabas und Jörg Haider an diesem Abend gehört hat. Zwar zeigen auch einige Anti-FPÖ-Demonstranten sinnlose Aggression (Eier und Farbbeutel werden geworfen, Passanten beflegelt); doch die FPÖ reagiert darauf nicht, so wie es einer demokratischen Partei zu Gesicht stünde. "In Kärnten, wo ich regier, traut sich längst kein Linker mehr demonstrieren", brüstet sich Haider. Gelächter. Der Jörg, der räumt auf! In Wien ist es so, dass "die Rest-Wiener auf die Donauinsel verbannt werden", fällt Haider zum Thema Ausländer ein. Gebrüll. Recht so, Jörg!Ordner sorgen dafür, dass auch wirklich alle Zuhörer nur zum Jubeln da sind. Gäste, die ihnen nicht zu Gesicht stehen, schicken sie aus der Halle. Ein Grüppchen Skinheads hingegen darf bis zum Ende bleiben. Sie jubeln bei Haiders Rede mit. G. J.


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