Böhmdorfers Spitzelakten

Exklusiv. Akten beweisen: Justizminister Dieter Böhmdorfer ist in die Spitzelaffäre verstrickt. Er hat für FPÖ-Prozesse gegen politische Gegner streng vertrauliche Polizeidaten erhalten. Die Akten und Polizeifotos können an ihn nur im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen gelangt sein. Die Spitzelaffäre eskaliert.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Vergangene Woche, da sah es fast so aus, als ob die Fahnder der "Sonderkommission Datenklau" für ihre Suche nach polizeilichen Spitzeln mehrere Jahre benötigen würden. Josef Kleindienst, jener Ex-FPÖ-Gewerkschafter, der gestand, im Auftrag der FPÖ den Künstler Andre Heller bespitzelt zu haben, war nicht wirklich gewillt, alle Hintergründe des blauen Spitzelskandals auszupacken. "Es fehlen uns noch schlagkräftige Beweise", bedauerte Chefinspektor Robert Sturm, Sprecher der SOKO Datenklau, "wir ermitteln theoretisch gegen 30.000 Beamte und müssen Millionen von Daten abfragen."

Der Chefinspektor kann aufatmen und sich mit seinen Fahndern Richtung Justizministerium begeben. Dortsitzt ein Mann, der den Fahndern als Zeuge oder - wenn es mit rechten Dingen zugeht - demnächst auch als Beschuldigter wichtige Hinweise zur Spitzelaffäre geben kann. Ein Mann, der vielleicht erklären wird, wofür die FPÖ ein Spitzelnetz gebraucht hat und wozu sie Daten ihrer Kritiker gesammelt hat. Sein

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