Der Leibwächter

Spitzelaffäre. Auch Jörg Haiders Bodyguard ist im Visier der Sonderkommission. Wie hat es der kleine Streifenbeamte eigentlich zum obersten Beschützer des einfachen Parteimitgliedes geschafft?

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Schon Tage zuvor fühlte sich Horst Binder nicht wohl in seiner Haut. "Einige meiner Exkollegen spazieren mir ständig nach", vertraute sich der von Berufs wegen Furchtlose einem Bekannten an, "nicht nur das, sie setzen sich im Kaffeehaus auch noch so, dass sie meine Tischgespräche belauschen können. Du, ich glaub, die observieren mich."

Die Paranoia des Haider-Leibwächters war berechtigt. Bereits seit zwei Wochen ist der der Staatspolizei Klagenfurt zugeteilte Polizist im Visier seiner Kollegen. Neben zwei anderen Hauptverdächtigen in der Spitzelaffäre rund um die freiheitliche Exekutivgewerkschaft AUF hatten die beiden Nachrichtenmagazine Format und profil auch ihn geoutet. Der Haider-Intimus soll einen seiner Kollegen in der Klagenfurter Datenstation mehrmals dazu gebracht haben, für ihn im EKIS-Computer zu schnurksen. Das behauptete zumindest der ehemalige AUF-Funktionär Josef Kleindienst, der die Affäre ins Rollen gebracht hat, tags darauf im ORF-Report. Er will Binder deswegen


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