Dilemma in Schwarz-Blau

Film. John Singletons Neuauflage des Blaxploitation-Klassikers "Shaft" läuft ihrem eigenen Mut davon.

Kultur | Michael Loebenstein | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Filmplakate kitzeln die Erwartungshaltungen ihres potenziellen Publikums zumeist mit geheimnisvollen Versprechungen: Sie deuten den Grundton des kommenden Films, seine narrativen Konflikte und Genrezugehörigkeit mittels ikonenhafter Darstellung ihrer Stars und auf Formeln zugespitzten Slogans an: "Sieben Todsünden. Sieben Arten zu sterben" ("Seven") oder "Du glaubst, du bist allein ... Sicher?" ("Hollow Man").

An Erwartungshaltungen ganz anderer Art appelliert die Kampagne, die den Einzug von "Shaft" (Regie: John Singleton) in die Kinosäle vorbereitet: Die Figur seines Stars, Samuel L. Jackson, in schwarzes Leder gehüllt vor der stilisierten Skyline Manhattans, steht eingerahmt zwischen zwei Slogans, von denen einer eine Feststellung ist, der andere eine bloß rhetorische Frage: "Still the Man" und, darunter, "Noch Fragen?". Statt der Enthüllung einer (noch) unbekannten Geschichte fordert der Teaser, Geschichte zu lernen. Die Figur des John Shaft ist fester Bestandteil eines populärkulturellen


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