Beckett im Pornoladen

Theater. Wenn die Lust zur Pflicht wird: Ein kubistisches Theaterprojekt von Francois-Michel Pesenti bringt "Pornologos" ins Burg-Kasino.

Kultur | Petra Rathmanner | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Vergessen Sie, was Sie über Pornografie wissen", sagt Francois-Michel Pesenti und kann sich ein Lachen nicht verkneifen. "Sie werden etwas ganz anderes erleben." Der Mann kann leicht geheimnisvoll tun, weiß er doch, dass seine Theaterarbeit hierzulande nur gerüchteweise bekannt ist, während wohl jeder pornografische Bilder in sich wachrufen kann, die nicht gerade theatertauglich sind. Wie will einer nun Pornografie auf die Bühne bringen, ohne pornografisch zu sein?

An feinen Paradoxien wie dieser tüftelt der französische Regisseur gern: "Ich habe mich gefragt, wie der pornografische Körper am Theater übersetzt werden kann, wie Schauspieler zu einem anonymen Körper werden, der nur mehr einem mechanischen Lustprinzip gehorcht." Pesenti stellt sich solche Fragen nicht zum ersten Mal: Vor einigen Jahren hat er am Neumarkt-Theater in Zürich das Projekt "Back Room" realisiert; dass Prostituierte sich dort selbst gespielt haben, hat die Kritiker ordentlich polarisiert. Solche "Events",


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige