DRAMOLETT: Temelin und wir

Kultur | Antonio Fian | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

(Wien im Oktober 2000. Fußgängerübergang vor dem Tegethoff-Denkmal am Praterstern. Früher Abend. Zahlreiche Passanten. Auf der Verkehrsinsel Stöße von Abendausgaben der "Kronen Zeitung" mit einer Temelin-Schlagzeile.

Ein Zeitungskolporteur. Neben ihm ein schwer betrunkener Mann Mitte dreißig, der auf ihn einredet. Der Kolporteur lässt es stoisch über sich ergehen. Eine Traube von Neugierigen hat sich um die beiden gebildet.)

DER SCHWERBETRUNKENE (zum Kolporteur): Demmelin! 's eh scho wuascht, Demmelin! Samma r eh scho olle hii! Scho laung! (Der Kolporteur reagiert nicht.) No, glaum S' ma's ned? Glaum S', bei Eana nogt a ned, da Krebs? Oda haum Se kan Feanseha?

EINE PASSANTIN (die seit einiger Zeit zugehört hat, amüsiert): Jetzt verstehe ich endlich! Sie glauben, das ist wegen der vielen Fernsehapparate, dass Temelin in Betrieb genommen wird! Ich bitte Sie! Wissen Sie, wie wenig DER SCHWERBETRUNKENE (wendet sich ihr zu): Bledsinn! Um die Abfälle gehts! Wissen S' ned, wo des ollas


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