Stadtrand: Automaten los

Stadtleben | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Zugegeben: Ich war damals noch nicht in der Stadt. Aber auch ich habe Radio gehört. Und da beklagte sich damals Wolfgang Ambros bitter, dass schaffnerlos gefahren würde. Ich kann mir vorstellen, dass hierzustadt das Geschrei groß war, als die Verkehrsbetriebe in den Öffis die Schaffner abschafften und sie durch herz- und hirnlose Automaten und Entwerter ersetzten. Wenn sogar Liedermacher dazu ihre Lieder machten! Schaffnerlos stand ganz offensichtlich für eine neue, kalte und herzlose Zeit. Aber das ist jetzt auch wieder vorbei. Denn - Achtung! Nachtrauerer und Gute-alte-Zeit-Fans! -, the Schaffner is back. Zumindest in den Autobussen. Den Fahrscheinautomaten waren nämlich die ständigen Erschütterungen an Bord nicht mehr Wurscht. Als Protest gaben sie immer öfter ihren Dienst auf. Jetzt hat man sich dazu entschlossen, sie durch Chauffeure zu ersetzen. Ab sofort müssen Autobuslenker selbst die Fahrkarten verkaufen. So wie ihre Kollegen in Dornbirn, New York oder Los Angeles. Ganz persönlich und von Mensch zu Mensch. Das kommt die Wiener Linien angeblich billiger als das ständige Warten und Reparieren. Und bitte, bitte, Wolfgang Ambros, bitte jetzt keinen neuen Nachruf auf die Fahrscheinautomaten schreiben: "Mir san de Automat'n los." C. W.


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