Sideorders: Die Neobeisln

Stadtleben | aus FALTER 43/00 vom 25.10.2000

Ich möchte mich hier gleich für den Frevel entschuldigen, "Beisl" auch für Lokale zu verwenden, die nicht grindig sind, in denen das Personal nicht unfreundlich und das Öl der Fritteuse nicht von voriger Woche ist. Wer meint, dies müsse im Beisl so sein und ein Beisl dürfe sich nicht den modernen Ernährungsgewohnheiten anpassen, möge verzeihen. Zum Glück kamen gerade in letzter Zeit eine Menge neuer Lokale auf, die eine Brücke zwischen Alt und Neu, zwischen Urig und Modern schlagen: Steman, 6., Otto Bauer-G. 7, Tel.597 85 09, Mo-Fr 10-24 Uhr.

Das ehemalige "Zur Stadt Salzburg", von zwei jungen Szene-Gastronomen voriges Jahr übernommen, sachte renoviert und mit interessanter Küche ausgestattet: mittags preiswerte Tagesteller, abends Klassiker und Rezept-Urgestein der Wiener Küche.

Immervoll, 1., Weihburgg. 17, Tel. 513 52 88, tägl. 11-24 Uhr.

Früher "Weinstube Otto Obenaus", seit kurzem von Sigi Immervoll und Hanno Pöschl übernommen, von Hermann Czech gestaltet. Trotz hellerer Farben und modernen Akzenten blieb die urige Atmosphäre erhalten, aus der Küche kommen Erdäpfelgulasch ebenso wie Lasagne.

Zum Weißen Rauchfangkehrer, 1., Weihburgg. 4, Tel. 512 34 71, tägl. 18-24 Uhr.

Touristenfalle, frisch renoviert und mit neuem hochprofessionellem Team (Steirereck) neu eröffnet. Man pflegt die gutbürgerliche Küche mit kreativen Schlenkern.

Perauer, 7., Zieglerg. 54, Tel. 526 11 08, Mo-Fr 11-15, Mo-Sa 18-24 Uhr.

Mischung aus Beisl und eher pazifischem Coffee-Shop, beide Komponenten gleich stark vertreten: war vorher ein Beisl, wurde von einer Australierin mitgestaltet. In der Küche dominiert das Wienerische.


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