Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Was war: Freispruch für Pelinka In erster Instanz war der Politologe Anton Pelinka verurteilt worden, jetzt setzte es einen Freispruch. FPÖ-Chef Jörg Haider hatte Pelinka geklagt, weil dieser in einem CNN-Interview auf die Bemerkung, dass Medien über einen von Haider getroffenen Vergleich zwischen Zuwanderern und "Parasiten" berichtet hätten, geantwortet hatte: "Immigranten mit Parasiten zu vergleichen ist, was die Nazis in Bezug auf die Juden gemacht haben." Richter Friedrich Forsthuber konnte in diesem Satz keine Beleidigung oder Diffamierung des Klägers erkennen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Haiders Anwalt meldete Berufung an.

Was kommt: Kontrolle der Finanzmärkte Der Globalisierung geht es an den Kragen. In der Börsenmuffel-Stadt Wien wird zum Angriff auf die zunehmende Macht der Finanzmärkte geblasen - und zwar von "Attac". Dahinter verbirgt sich der Österreich-Ableger eines weltweiten Netzwerkes, das nichts Geringeres als die Demokratisierung der Wirtschaft und ihre Ausrichtung auf die langfristigen Überlebensinteressen der Menschheit durchsetzen will. Einen Anfang macht Attac (www.attac.org/austria) am 6. November um 19 Uhr mit einer Podiumsdiskussion im Semper-Depot.

Was fehlt: Lizenz zum Lesen Harry Potter kann offenbar doch nicht zaubern. Zumindest hat der FPÖ-Kandidatin Theresia Zierler bei den steirischen Landtagswahlen kein Wunder geholfen, obwohl sie im Wahlkampf aus den Kassenschlager-Büchern vorgelesen hat. Im Gegenteil: Die Lesestunde brachte ihr beinahe Zores ein. Denn Zierler hat unerlaubterweise vorgelesen, meint man beim Verlag der Potter-Bücher. "Zierler hätte bei Verlag und Autorin um Einwilligung ansuchen müssen", ärgert sich Katrin Hogrebe vom Carlsen-Verlag. Diesmal will Carlsen Zierler noch ungeschoren davonkommen lassen, jedoch: "Wenn das noch einmal passiert, werden wir eingreifen. Denn solche Vorlesungen sind nicht in unserem Sinn."


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