Haider & die Datenräuber

Spitzelaffäre. In einem bislang geheim gehaltenen Brief an den Innenminister gestand Jörg Haider bereits 1997, dass er mehrmals aus mehreren Polizeicomputern Informationen erhalten hatte. Die Namen der "mutigen Beamten" wollte Haider nicht nennen. Ist Haider wirklich so unschuldig, wie es der Justizminister sehen will?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Jörg Haider war vergangenen Montag wieder einmal in seinem Element. Die Spitzelaffäre sei "ein gewaltiger Schlag ins Wasser für jene, die diese angezettelt haben". Es gäbe keine Beweise gegen ihn und andere FPÖ-Funktionäre. Die ganze Affäre sei nämlich in den "kranken Gehirnen einiger Journalisten entstanden". Und überhaupt werde man nun "Ordnung schaffen" in dem "Spitzelstaat, der von den Roten entwickelt wurde".

Keine Beweise für blaue Spitzeltätigkeiten? Alles nur eine rot-grüne Kampagne? Mitnichten. Jörg Haider dürfte auf ein freches Briefchen vergessen haben, dass er kurz vor Weihnachten 1997 an Innenminister Karl Schlögl schickte und das dem Falter nun exklusiv vorliegt. Der Brief ist von Haider persönlich unterschrieben und dürfte die "Sonderkommission Datenklau" wohl ebenso brennend interessieren wie Kanzler Wolfgang Schüssel, der in einer ersten Reaktion nur auf die "Verantwortung sozialistischer Innenminister" in der Datenaffäre verwies. In dem Schreiben gibt


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