"Bin kein flotter Bursche"

SPÖ. Nationalratspräsident Heinz Fischer über kantige Sprüche, verwegene Abenteuer, die Krise der SPÖ und warum er sich nicht mehr bei Simon Wiesenthal entschuldigen muß.

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Heinz Fischer ist ein doppelzüngiger, Zweckoptimismus versprühender "Märchenonkel", der "Oberverschleuderer" der sozialdemokratischen Werte. Das meint zumindest der Politikwissenschaftler Norbert Leser, der in seinem neuen Buch "Auf halben Wegen und zu halber Tat" (erschienen bei Almathea) mit der verbindlichen, ausgewogenen Art des Nationalratspräsidenten abrechnet. Fischer wollte nicht für den Falter mit Leser diskutieren, da dieser nur versuche, "Aufmerksamkeit zu erhaschen, indem er über die SPÖ schimpft".

Falter: Herr Präsident, sagen Sie bitte etwas Kantiges.

Heinz Fischer: Oje. Das kann ich nicht.

Versuchen Sie es einmal.

(Schweigt zehn Sekunden.)

Ich bin ein begeisterter Österreicher.

Was ist daran kantig? Das würde fast jeder Spitzenpolitiker genauso sagen.

Es ist ohne Einschränkungen gesagt. Das ist heute gar nicht so selbstverständlich. Es gibt Menschen, die überlegen, ihren Wohnsitz ins Ausland zu verlegen.

Stört sie Ihr Image, brav, diplomatisch und angepasst zu sein?


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