Der Linksabbieger

Konflikt. "Linker Schwarzer", "Ärgernis", "Caritas-Lehrling": Nach Erhard Busek nimmt die FPÖ nun Ernst Strasser ins Visier. Doch wie links ist der Innenminister wirklich?

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Bei seinem Anstandsbesuch lieferte Ernst Strasser dem einfachen Parteimitglied den ersten Fauxpas. Als der frisch gebackene Innenminister Jörg Haider in Kärnten seine Aufwartung machte, nahm ihn dieser mit dem wohlbekannten jovialen Schulterklopfen und dem inflationären Gebrauch des Du-Wortes in Empfang. Ernst Strasser aber blieb standhaft, beharrlich siezte der Neominister den Landeshauptmann. Nach einigen Stunden Kärnten-Programm schließlich resignierte der Gastgeber - und sprach seinen Besuch aus Wien wieder mit dem unpersönlichen "Sie" an.

Vergangene Woche las Jörg Haider dem ÖVP-Minister in der gerammelt vollen Stadthalle erstmals die Leviten. "Ein linker Schwarzer ist weniger erträglich als ein rechter Roter!", donnerte Haider in Anspielung auf Strassers SPÖ-Vorgänger in den Saal, "der Innenminister hat seine Lehre in der Caritas gemacht und weiß nicht, dass es keine linke Politik mehr gibt!" Auf die Solidarität der blauen Parteikollegen brauchte der Kärntner Landeshauptmann


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