Görgs Gagschreiber

Spin-Doctor. Die Wiener ÖVP holt sich Entwicklungshilfe aus Berlin: Der alte Polit-Fuchs Peter Radunski stilisiert den trockenen Planungsstadtrat Bernhard Görg zur Kultfigur.

Eva Weissenberger | Politik | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Zwei seiner Freunde kamen nicht und nicht vom Klo zurück. Und bereiteten Peter Radunski damit die schwerste Niederlage seines Lebens. In einer langen Sitzungsnacht Ende 1962 unterlag der Studentenpolitiker ganz knapp bei der Wahl zum Senatssprecher der Freien Uni Berlin. Zwei Stimmen fehlten. Ein paar Monate später kam John F. Kennedy in die geteilte Stadt, sagte "Ich bin ein Berliner" und schüttelte dem Senatssprecher die Hand. Radunski durfte von weitem zusehen.

"Seither organisiere ich lieber die Wahlkämpfe und Kampagnen anderer als meine eigenen", meint Radunski, der Spin-Doctor der Wiener ÖVP, heute. Und dabei ist er auch wesentlich erfolgreicher: 1990 puschte er die CDU bei der letzten Wahl zur DDR-Volkskammer auf 48 Prozent: Radunski hatte Helmut Kohl auf fast jeden Marktplatz Ostdeutschlands geschickt und in der Zwischenzeit eine Wahlkampfpostille im Stil der Bild-Zeitung produziert. Nach der Wiedervereinigung bearbeitete der Polit-Stratege in einem Bonner Bierkeller jeden Bundestagsabgeordneten

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