Kranz für Waffen-SS

Demoverbot. Eine Trauerversammlung für die Opfer der NS-Zeit wurde von den Salzburger Behörden verboten. Ehemalige Mitglieder der Waffen-SS dürfen hingegen aufmarschieren.

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Ein martialisches Spektakel", nennt Gerhard Wohlzog, Mitorganisator der Gegenveranstaltung, das, was sich jährlich zu Allerheiligen am Salzburger Friedhof abspielt: "Die Stimmung ist wirklich bedrohlich. Die treffen sich vor dem Kriegerdenkmal, zünden in großen Schalen Rußfeuer an und legen Kränze für die gefallenen Soldaten der Waffen-SS nieder." Seit 1954 versammeln sich die Mitglieder der Kameradschaft IV zu Allerheiligen vor dem Kriegerdenkmal am Salzburger Kommunalfriedhof, um ihre gefallenen Kameraden zu ehren. Die Kriegsveteranen dürfen das. Eine Gruppe von Künstlern, die der Opfer der Nazis gedenken will, darf hingegen nicht: Die Polizei ist dagegen.

Vielleicht liegt es an der unterschiedlich prominenten Besetzung. Denn nicht nur Veteranen marschieren zur Ehre der Soldaten der Ostmark am Friedhof auf: Im letzten Jahr etwa haben auch Erzbischof Georg Eder, der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Eduard Mainoni, die Salzburger FPÖ-Klubobfrau Doris Tazl und Siegfried Mitterdorfer,


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