Zimmer ohne Aussicht

Theater. Die gerade mit einem "Nestroy" ausgezeichnete Regisseurin Sabine Mitterecker inszeniert Oliver Bukowskis Heimattragödie "Gäste".

Kultur | Petra Rathmanner | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Einer hat sich schon erhängt, bevor das Stück beginnt. Zwei weitere Suizidopfer werden folgen. "Wo rings alles kaputt, kann nicht heil was leben", bringt Wirtin Kathrin die Geschichte hellsichtig auf den Punkt. Doch wider besseres Wissen eröffnet sie ausgerechnet in jenem verödeten Ort mit ihrem Mann Erich ein Hotel.

"Gäste", die skurrile Heimattragödie des jungen deutschen Dramatikers Oliver Bukowski, skizziert eine Dorfgemeinschaft vor dem "finalen Zusammenbruch". Die Inszenierung von Sabine Mitterecker, die selbst in einem Dorf aufgewachsen ist, versetzt dieses aberwitzige Szenario im dietheater Künstlerhaus in eine Volksliedlaune, die nicht immer aufgeht. "Froh zu sein bedarf es wenig", schmettern die Dorfbewohner im Chor - und wirken bisweilen verloren inmitten der ganz in Weiß gehaltenen Bühnenfläche, die sie über eine Stahlrampe, die bei jedem Schritt blechern dröhnt, betreten.

In seiner zwischen Hochdeutsch und Mundart changierenden Kunstsprache erzählt Bukowski, wie


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