Sapporo: Total blöd. Und. Nichts.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Sapporo ist eine Metapher. So wie "Waikiki Beach." nicht auf Hawaii und "New York. New York." nicht in New York gespielt hat, ist auch der Titel des neuen Stücks von Marlene Streeruwitz nicht wörtlich zu verstehen. Schauplatz der "Revue", die am Nationalfeiertag beim steirischen herbst in Graz uraufgeführt wurde, ist weder die japanische Olympiastadt von 1972 noch der Wiener Ballhausplatz, wo seinerzeit die Massen dem von den Winterspielen ausgeschlossenen Skistar Karl Schranz huldigten, sondern ein TV-Studio, in dem gerade Probeaufnahmen für eine Show namens "Kochen mit Volksmusik" gemacht werden. Im Mittelpunkt der Sendung steht das frühere Slalom-As Dominik Redler, der mittlerweile ein Hansi-Hinterseer-Schicksal erlitten hat und zum Musikantenstadl-Dodel geworden ist.

"Sapporo" ist ein Schnellschuss. Man könnte das aus gegebenem Auftrag geschriebene Stück zur Lage der Nation als eine Art Satyrspiel zu Elfriede Jelineks "Sportstück" lesen, wenn der Vergleich die Mängel von "Sapporo"


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