In alter Treue zum Atari

Musik. Auf seinem jüngsten Album verhackstückt Norman Cook fremde Stimmen und bleibt sich und seinem antiquierten Computer dennoch treu. Der "Falter" besuchte jenen Mann, der als Popstar zu den Turntables wechselte und unter dem Pseudonym Fatboy Slim zum gefeierten DJ avancierte.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 44/00 vom 01.11.2000

Es mag eine lächerliche Modeerscheinung sein, DJs unentwegt als Superstars zu bezeichnen, aber Fatboy Slim ist trotzdem einer. Am Strand vor seinem Haus, nahe dem südenglischen Seebad Brighton, läuft täglich eine Frau von etwa siebzig Jahren auf und ab und sammelt Kieselsteine in einem Plastiksackerl. Wann immer sie jemand fragt, was sie dort eigentlich zu suchen habe, behauptet die Frau standhaft, sie sei "der wahre Fatboy Slim". Auch wenn das gelogen sein sollte, ist sie doch immerhin der lebende Beleg für den außergewöhnlich prominenten Status des unter diesem Pseudonym bekannten Norman Cook. Welchem DJ stellen schon Pensionisten nach?

Dass echte DJ-Superstars in Großbritannien denselben dekadenten Lebenswandel führen wie die Rock-Dinosaurier vor 25 Jahren, beweist Cooks strahlend weiße Residenz, die er gemeinsam mit seiner Frau, der prominenten Radio- und Fernsehmoderatorin Zoe Ball, bewohnt. Ein Großteil der Inneneinrichtung besteht aus nachlässig angehäuftem, sündteurem


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